REVIEW | Akupunktur, Dry-Needling und Wet-Needling

EINLEITUNG

Bei der Akupunktur sollen Punkte und Kanäle des Körpers stimuliert werden. Die Theorien beschreiben Indikationen, Lokationen und Stimulierung von Punkten für die jeweilige Problematik. Dadurch soll der Körperfluss bzw. die Lebensenergie – das Qi – wieder durch die Körperwege – die Meridiane – korrekt fließen. Der Grund: Ursache für Beschwerden soll ein Ungleichgewicht des Qi sein. Westliche Erklärungsmodelle, weswegen Akupunktur helfen soll, sind die Gate-Control-Theorie sowie endogene Opioide. Dieser analgetische Effekt soll durch das Stechen an einer bestimmten Position mit einer bestimmten Tiefe und einer bestimmten Dauer entstehen. Jedoch gibt es sowohl für die östliche als auch westliche Theorie keine Evidenz. (19, 27, 29, 66) Während der Akupunktur wird – je nach Bereich – die Nadel nur soweit eingestochen bis der Akupunkturist das Körper-Qi des Patienten spürt. „De qi“ wird das Gefühl genannt, bei der Akupunktur gestochen zu werden. Dies beschreibt Gefühle wie Schwere, Taubheit und Wundsein. Wenn diese Gefühle stattfinden, so wird die Placebo-Akupunktur als erfolgreich angesehen. (7,8,9) Die tatsächlich stattfindende Akupunktur wird Verum-Akupunktur genannt.

Wichtig: Wenn geschrieben wird, dass es „keinen Effekt“ hat, bedeutet dies keine klinisch relevanten und signifikanten Unterschiede.

AKUPUNKTUR HILFT… ODER DOCH NICHT?!

Starten wir mit einer Studie aus Deutschland, welche die allererste kontrollierte (!) Akupunktur-Studie war. (1) 2007 erschien diese erste Studie, welche die Verum-Akupunktur, Sham-Akupunktur und konventionelle Therapie miteinander verglich. Überraschend ist, dass beide Akupunktur-Formen nahezu identisch in den Umfragen bei Schmerz und Disability abschnitten. Die konventionelle Therapie schnitt um die 12,5 – 15% schlechter ab. Jedoch muss man auch erwähnen, dass viele konventionelle Therapien möglich waren, darunter nicht nur Übungstherapie, sondern auch andere durch Studien belegte unwirksame Therapien.

Ich könnte jetzt zig Studien aufzählen, welche uns folgende Ergebnisse zeigen:

  • Übungen plus Akupunktur besser als Übungen alleine
  • Akupunktur besser als Übungen
  • keine Akupunktur genauso effektiv wie Akupunktur
  • oder das keine der oben erwähnten Punkte zutrifft

Da es aber nie meine Art war und auch nicht sein wird., Studie nach Studie mit dem gleichen Ergebnis aufzuzählen und den Text unnötig in die Länge zu ziehen, werde ich dies kurz halten. (Okay, der Text zum Kinesio-Tape war eine Ausnahme…) Schließlich wollt ihr die pure Evidenz auf dem Tisch haben. Wer sich damit genauer beschäftigen möchte, dem empfehle ich die unten aufgelisteten Studien. Allgemein kann man sagen: Der Body of Evidence zeigt uns, dass Akupunktur im Vergleich zu anderen Therapiemöglichkeiten nicht besser abschneidet.

Die allerwichtigste Frage um das Thema „Akupunktur“ ist es nicht die oben erwähnten Punkte zu beweisen, sondern: Ist eine Schein- und / oder Placebo-Akupunktur genauso effektiv wie eine Verum-Akupunktur? Wenn dies der Fall ist, dann wissen wir auch, weshalb die Akupunktur so erfolgreich ist. Bei einer Sham- oder Placebo-Behandlung wird die Haut entweder nur 1-2mm eingestochen, nur leicht angeritzt, überhaupt gar nicht gestochen oder die Haut abseits von Akupunktur-Punkten eingestochen.

Viele Kritiker werden jetzt losschreien und Studie für Studie aus fragwürdigen Journals und schlechter Qualität vorlegen (siehe nächstes Kapitel), dass ich falsch liege. Dennoch ändert es nichts an der folgenden Tatsache: Es gibt mittlerweile über 3000 Studien zu diesem Thema und die Evidenz ist klar. Eine Sham- und / oder Placebo-Behandlung ist genauso effektiv wie eine tatsächlich stattfindende Akupunktur. Egal, um welches Krankheitsbild wir uns kümmern, Akupunktur hat einen reinen Placebo-Effekt. Irgendwelche physiologischen, biochemischen o.ä. Effekte, die rein aufgrund der Akupunktur auftreten sollen, wurde noch nie bewiesen. Genauso gut könnte der Therapeut / Arzt sich mit den Nadeln selber stechen…

Selbst wenn die Akupunktur für spezifische Effekte sorgen sollte – wofür es aber keine Evidenz gibt -, dann wären die Effekte gering, kurzfristig oder nicht ausschlaggebend, da eine Placebo-Behandlung genau so erfolgreich ist. Der Placebo-Effekt ist hier der größte Wirkmechanismus.

Nichtspezifische Effekte wie Therapeuten-Überzeugung, Patienten-Enthusiasmus und der Glaube an eine geeignete Therapie sind hier ausschlaggebende Faktoren. Da die Therapeuten und die Kommunikation eine entscheidende Rolle spielen und einen Einfluss auf die Effektivität haben, sind Verblindete- und Doppelblind-Studien interessant. (37, 38) Ebenfalls können nicht verblindete Patienten erkennen, wie tief und ob überhaupt die Nadel gestochen wurde, sprich das Hautgefühl (De Qi) spielt eine Rolle. Ob die bisher genutzten Placebo-Behandlungen, um ein gleiches Hautgefühl zu erzielen wie eine Verum-Akupunktur, reliabel und valide sind weiß man bisher nicht. (7, 18, 28) So können wir durch Doppelblind-Studien beweisen, ob wirklich die Technik geholfen hat, oder ob es andere nichtspezifische Faktoren getan haben. So sollte der sogenannte „Blinding Index (BI)“ immer in den Studien zu finden sein. Nur so kann man herausfinden, ob die Verblindung erfolgreich war oder die Patienten und Therapeuten / Ärzte herausgefunden / erspürt haben, dass sie eine Sham-Akupunktur erhielten. (9) Das Problem in vielen Akupunktur-Studien ist, dass der BI nicht untersucht wird, keine Verblindung stattfindet und die Studienqualität gering ist. Dies ist vor allem bei Studien zu erkennen, welche den Effekt von Akupunktur auf organische Störungen, Schlaganfälle, Demenz und gesundheitliche Erkrankungen untersuchen. Hierzu gibt es nahezu kaum vernünftige Evidenz. So findet man als Fazit in den Übersichtsarbeiten oft, dass es  nicht beweiskräftige Ergebnisse gibt. Bei dem Thema muskuloskeletale Beschwerden sieht es eindeutiger aus. Auch, weil die Studienqualität besser ist. Nicht umsonst wird Akupunktur in den Guidelines nicht empfohlen. Verblindete Studien gibt es aber auch hier wenige. Interessant ist, dass sogar unabhängig von einer (erfolgreichen) Verblindung die Sham-Akupunktur genauso gut abschneidet wie eine Verum-Akupunktur.

Das „National Institute for Health and Care Excellence“ (NICE) schreibt in ihrem Guideline für Rückenschmerzen und Ischiasbeschwerden folgendes:

Do not offer acupuncture for managing low back pain with or without sciatica, because

Evidence shows that it is no better than sham treatment.“ (10, 62)

Außerdem finden wir in dem Guideline von der AAOS „American Academy of Orthopedic Surgeons“:

We cannot recommend using acupuncture in patients with symptomatic osteoarthritis of the knee.“ (22)

Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist die Hautberührung des Therapeuten, welche einen Einfluss auf die Schmerzreduzierung hat. Diese Berührung reduziert Stress, verringert Blutdruck, erhöht Schmerzempfindlichkeit und beeinflusst das somatosensorische System. (8, 18) Jedoch wird der Einfluss dieser Berührung in den Studien wenig beachtet. So sehen wir insgesamt, dass die ganze Vorbereitung der Akupunktur – Auftreten des Therapeuten / Arztes, Begrüßung, Wohlbefinden schaffen, Hautberührung – der ausschlaggebende Faktor für den Erfolg einer Akupunktur ist. Vor allem, da alle Akupunkturformen zu nahezu identischen Gehirnaktivitäten führen.

Erschreckend sind die Nebeneffekte, welche auftreten können. Zwar sind diese selten, sollten aber vollständiger halber erwähnt werden. So kann es zu Infektionen, Traumata (z.B. Pneumothorax) und weiteren Komplikationen wie Verletzungen des Nervensystems führen. Dafür, dass Akupunktur einen reinen Placebo-Effekt hat, sind dies einfach viel zu viele Risiken. (5, 17)

AKUPUNKTUR-STUDIE ≠ AKUPUNKTUR-STUDIE

Viele Studien werden in den Medien genutzt, um zu beweisen, dass Akupunktur hilft. Auch werden Abstracts von Meta-Analysen und systematischen Reviews verwendet. Jedoch zeigt uns der volle Text in den meisten Fällen ein anderes und gegenteiliges Bild. Vor allem, wenn die Autoren Pro-Akupunktur eingestellt sind, werden sie in den Abstracts die Akupunktur als äußerst positiv darstellen. Bekannte Beispiele sind unter anderem: „Berman BM, et al, Acupuncture for chronic low back pain„; Cherkin DC, et al, A randomized trial comparing acupuncture, simulated acupuncture, and usual care for chronic low back pain„; „Vicker AJ, et al, Acupuncture for chronic pain: individual patient data meta-analysis“ Ebenfalls zu erwähnen ist folgende Studie „Zhu L, Ma Y, Deng X (2018) Comparison of acupuncture and other drugs for chronic constipation: A network meta-analysis. PLoS ONE 13(4): e0196128„, welche von vielen Pro-Akupunkturisten für die Effektivität zitiert wird. Jedoch wurde diese Studie längst entfernt, da sie komplett falsch war. So verglich man doppel-verblindete, randomisierte und placebo-kontrollierte Abführmittel-Studien mit nicht-verblindeten Akupunktur-Studien. Diese Akupunktur-Studien wurden ferner alle in China erstellt, in fragwürdigen Journals veröffentlicht (z.B. Shanghai Journal of Acupuncture and Moxibustion) und keine Peer-Reviews erstellt. Auch macht es in Studien wenig Sinn, bei Schulterschmerz eine Schulter-Akupunktur mit einer Sham-Akupunktur am Bein zu vergleichen, wie es Molsberger AF, et al. in „German Randomized Acupuncture Trial for chronic shoulder pain (GRASP) – a pragmatic, controlled, patient-blinded, multi-centre trial in an outpatient care environment.“ getan haben. Leider gibt es solche Studien mit schlechtem methodologischen Aufbau zu häufe.

Ganz wichtig ist ebenfalls, sich chinesische bzw. asiatische Studien allgemein und vor allem Übersichtsarbeiten aus dem asiatischen Raum sehr gut und kritisch anzuschauen. Es hat sich des öfteren gezeigt, dass der Großteil der Akupunktur-Studien nicht nur methodologisch schwach sind oder nur auf chinesisch erschienen sind, sondern auch nur positiv vom Ergebnis her sind. (13, 14) Selbst wenn Akupunktur helfen soll, ist dies einfach nur ein zu extremes Ergebnis. Ebenfalls wurde herausgefunden, dass nur eine geringe Anzahl an Akupunktur- und traditionelle chinesische Medizin-Studien aus dem chinesischen Raum überhaupt veröffentlicht werden. Bedeutet also, dass es zwar viele Studien zum Thema Akupunktur aus China gibt, aber höchstwahrscheinlich nur die Studien veröffentlicht werden, welche positive Effekte zeigen. Wir sollten also kritisch sein, wenn es heißt: Studie aus China, von chinesischen Wissenschaftlern, auf chinesisch. Bevor es unnötige Kritik hadert: Ja, ihr werdet unten Studien aus China zitiert sehen. Jedoch sind dies vernünftige Übersichtsarbeiten, die mit keiner Pro-Einstellung an die Akupunktur dran gehen, sondern das Thema kritisch betrachten. Dennoch sollte man auch hier die „Conclusion“ kritisch sehen. Falls ihr euch die unten erwähnten Übersichtsarbeiten durchlesen solltet werdet ihr sehen, dass eine in einem asiatischen „Akupunktur“-Journal veröffentlichte Übersichtsarbeit zu einem anderen Ergebnis kommt als der Großteil der anderen Übersichtsarbeiten, welche in einem anderen Journal veröffentlicht worden sind. Und dies, obwohl die selben Studien herangezogen werden.

WIESO AKUPUNKTUR WIRKLICH HILFT

Dies konnten uns Chae Y, et al. mit einem sehr interessanten Studienaufbau erklären. (2) In dieser Studie wurde das Gehirn der Teilnehmer gescannt, während die Akupunktur an einer Phantom-Hand ausgeführt wurde. Dadurch wird das Gehirn so ausgetrickst, sodass es die Phantom-Hand als die echte Hand wahrnimmt. Wir erkennen also: Die Akupunktur an einer Phantom-Hand kann auf keinen Fall eine biologische und spezifische Antwort auslösen. Und Phantom-Hände haben auch kein Qi oder Meridiane. Während nun die Akupunktur an der Phantom-Hand ausgeführt wird, fängt das Gehirn an viel mehr Signale zu senden. Das Gehirn antwortet also rein auf die Idee, dass man gleich durch die Nadeln der Akupunktur gestochen wird. Ein psychologischer Effekt also. Rein durch den Glauben hilft die Akupunktur. Dies zeigt uns auch, warum die Schein-Akupunktur genauso effektiv wie eine richtige Akupunktur ist. Ebenfalls zeigen Verum- und Sham-Akupunktur die gleichen Gehirnaktivitäten. (8) Makary MM, et al. untersuchten dies ebenfalls in zwei verschiedene Gruppen: eine Akupunktur-Gruppe, welche wirkliche Akupunktur erhielt, und diese durch ein Video beobachten konnte. Und eine Phantom-Gruppe, welcher zwar gesagt wurde sie erhielte Akupunktur, aber in Wirklichkeit gar keine Akupunktur erhielt. Diese Gruppe beobachtete durch ein Video eine Akupunktur-Behandlung, sodass sie glaubte, wirklich Akupunktur zu erhalten.  In beiden Gruppen entdeckte man auch hier identische Gehirnaktivitäten, mit ein paar Unterschieden. Diese Unterschiede lassen sich damit erklären, dass die Akupunktur-Gruppe De Qi stärker gespürt hat. Die Phantom-Gruppe erzielte jedoch eine größere, aber nicht klinisch relevante Schmerzlinderung. Die einzige Diskussion, die man also führen sollte, ist: Ist der Placebo-Effekt groß genug um nützlich zu sein und ist es ethisch vertretbar Placebos anzuwenden? Akupunktur hilft nur aufgrund von unspezifischen Faktoren wie Patientenerwartung, -erfahrung, -glaube und -wahrnehmung. (23, 24, 25, 26)

“ […] it does not matter where the needles are placed, how deep they are inserted, or whether they are inserted at all.” (64)

Manche mögen jetzt Studien vorlegen, welche zeigen, dass bei der Akupunktur fMRI-Veränderungen, Konzentrationsunterschiede von bestimmten Chemikalien und physiologische Änderungen auftreten. Ja, dies wurde bewiesen. Aber: Diese Messwerte, so interessant sie auch sein mögen, sind keine robuste Evidenz für das Nutzen einer Intervention, welche uns zeigt, dass diese keinen bedeutsamen klinischen Nutzen hat. Da die Akupunktur und deren Formen einen neurologischen Input haben, sind diese oben erwähnten Veränderungen (z.B. neurologische Aktivitäten,Gehirnaktivitäten, physiologische Messwerte) zu erwarten.

DRY-NEEDLING, WET-NEEDLING UND WEITERE AKUPUNKTURFORMEN

Neben der Akupunktur mit dem Stechen einer Nadel (engl.: Needling acupuncture) gibt es ebenfalls weitere Formen, welche ich nicht vernachlässigen möchte. Das Risiko der Behandlungen wie oben beschrieben findet jedoch auch bei diesen Akupunkturformen statt. Ebenfalls werde ich mich hier – wie bei der „normalen“ Akupunktur – nur auf muskuloskeletale Beschwerden konzentrieren. Einerseits, da das Review sonst zu groß wird, andererseits da die Studienqualität bisher schwach ist und es keine Evidenz für die Wirksamkeit der unten angegeben anderen Formen der Akupunktur auf z.B. organische Beschwerden gibt. Genauso ist die Studienqualität der folgenden Therapiemethoden allgemein schwach, weswegen ich diese nicht im Review näher erläutern werden: Elektro-Akupunktur, Cupping, Moxibustion, Laser-Akupunktur, Indwelling Needles, Acupressur und Bienengift-Akupunktur. Falls sich der aktuelle Stand der Wissenschaft ändert und es vernünftige Evidenz diesbezüglich gibt, dann werde ich dieses Review natürlich aktualisieren. Aktuell bleibt zu diesen Formen zu sagen, dass diese nicht gerechtfertigt sind auszuführen. Wer sich mit diesem Thema näher auseinandersetzen möchte, mir einfach eine Mail schreiben.

Dry-Needling ist die westliche Form der Akupunktur. Verglichen mit der traditionell chinesischen Medizin wird beim Dry-Needling nicht über Qi und Meridiane gedacht, sondern über Triggerpunkte. Die Nadeln werden auf subkutaner- oder muskulärer Höhe eingestochen.

Triggerpunkte sollen die Ursache für Schmerzen und das myofasziale Schmerzsyndrom sein. Jedoch stehen Triggerpunkte und Faszien stark in der Kritik, da die Evidenz kaum Unterstützung dafür liefert. So gibt es bisher keine Evidenz, was die Ursache für die Entstehung der Triggerpunkte ist. Und auch gibt es keinen Nachweis für die biologische Existenz der Triggerpunkte. Ebenfalls gibt es keinen Gold-Standard-Test, um Triggerpunkte zu diagnostizieren. Insgesamt gibt es 19 diverse Kriterienkataloge. Genauso ist die Reliabilität der Diagnostik schlecht. Bezüglich der Faszien wissen wir, dass wir diese gar nicht manuell therapeutisch beeinflussen können, da wir einen Druck von mindestens 450kg bräuchten, um diese nur minimal zu beeinflussen. Dehnen kann man Faszien ebenfalls nicht. Viele Wissenschaftler, welche Theorien zu den Faszien aufgestellt haben (z.B. Ida Rolf und die Thixotropy-Theorie) sind von ihren Theorien aufgrund mangelnder Beweise zurückgetreten. Sogar Tom Myers – „Vater der Faszien“ – versteht den ganzen Hype um die Faszien selber nicht und möchte damit nichts zu tun haben. Der Text könnte hierzu endlos weitergehen, aber dazu werde ich ein weiteres ausführliches ResearchReview schreiben.

Was sind die Effekte vom Dry-Needling? Bezüglich dem Schmerz und der Funktionsverbesserung ist Dry-Needling genauso effektiv wie eine unspezifische Placebo-Behandlung, aber besser als keine Behandlung. Jedoch schneidet Dry-Needling im Vergleich zu anderen Therapieinterventionen (z.B. Stretching) schlechter ab. Bei der Bewegungserweiterung ist Dry-Needling zwar besser als ein Placebo, das Ergebnis ist aber nicht klinisch relevant. Auch hier schneiden andere Therapieinterventionen wieder besser ab. In der direkten Post-Intervention schneidet Dry-Needling statistisch, aber nicht klinisch relevant besser ab als andere Therapieinterventionen. Dies trifft auch auf den Zusatz von Dry-Needling und Wet Needling (siehe unten) zu einer physiotherapeutischen Behandlung zu. Die oben erwähnten Faktoren bezüglich Placebo und Verblindungen lassen sich auch auf das Dry-Needling übertragen. (38 – 58) Die Studien mit einer gering-moderaten Studienqualität zeigen uns widersprüchliche Ergebnisse. Dahingegen zeigen uns die hochwertigen Studien einen geringen bzw. keinen Effekt des Dry-Needling und Wet-Needling gegenüber einer anderen Intervention und einer Placebo- und Sham-Behandlung. Natürlich gibt es auch hochwertige Untersuchungen, die das Gegenteil zeigen, diese sind aber in der Minderheit (54). Wichtig ist zu erwähnen, dass wir noch mehr hochqualitative Studien brauchen.

Die „Canadian Agency for Drugs and Technologies in Health“ schreibt folgendes:

The higher quality systematic reviews generally found that dry needling had similar or worse outcomes compared to comparator interventions. […] Despite the number of systematic reviews on dry needling, evidence to show that it is an effective intervention is still lacking.“ (49)

Das Wet-Needling wird auch Akupunktur- und / oder Triggerpunkt-Injektion genannt. Bei dieser Therapie wird bei der Akupunktur- oder Triggerpunkttherapie eine Substanz injiziert. Die Substanzen sind in den meisten Fällen Botulinum, Ozone, Lidocaine oder Saline. Die Studienlage zeigt jedoch, dass alle Substanzen den selben Effekt aufweisen. Auch der Zusatz von einer Injektion im Vergleich zu keiner Injektion erzielt keine besseren Effekte beim Schmerz. Untersuchungen, welche eine Placebo-Injektion oder eine unwirksame Substanz mit einer wirksamen Substanz vergleichen erzielen Ergebnisse mit keinen klinisch relevanten Unterschieden.  (41 – 42, 44 – 49, 53, 55)

Wir müssen letztlich auch daran denken dass Akupunktur eine passive Behandlung bleibt, welche Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und Selbsteffizienz nicht verbessert. Extrem wichtige Punkte für die Schmerzreduzierung und -bekämpfung.

Ob der Erfolg der Therapie beim Dry- und Wet-Needling durch eine sogenannte „Local Twitch Response“ (LTR) verbessert wird, ist ebenfalls fraglich. Die LTR zeigt sich, wenn eine sichtbare Kontraktion im Bereich des Triggerpunktes vom involvierten Muskel auftritt. Um dies auszulösen wird oft die „Pistoning“-Technik genutzt, bei der man die Nadel nach einer schnellen Penetration auch wieder schnell rauszieht („Fast in, Fast out“). Die bisherige Evidenz unterstützt den Nutzen der LTR bisher nicht. Die Studienqualität ist dazu bisher noch gering-moderat, aber die Ergebnisse zeigen, dass die LTR nicht notwendig ist. Ebenfalls weiß man nicht, ob die LTR bei längerfristiger Untersuchung eventuell doch noch einen Unterschied macht. (56)

„ABER MEINE ERFAHRUNG ZEIGT ETWAS ANDERES“

Wie oft hat man diesen Satz wohl schon gehört? Überall, wo eine Therapiemethode kritisiert wird, fühlen sich diejenigen, welche diese Therapiemethoden anwenden und Erfolge gesehen haben, angegriffen und kontern mit dem typischen Satz „Aber ich habe gesehen, dass es hilft“. Das Problem an der eigenen Erfahrung: Subjektiv kann man nichts nachweisen. Die Ursache, wieso etwas verbessert wurde, können wir subjektiv nicht prüfen. Genauso wenig, inwiefern Therapiemethode x nun wirklich nützlich war und einen Effekt hatte. Kontrollierte Studien zeigen uns direkte Vergleichswerte. Dies müssen wir nutzen, um den Nutzen einer Therapie zu beweisen oder zu widerlegen. Objektive Evidenz > subjektive Erfahrung. Teilweise werden dann auch noch Studien zitiert, um zu zeigen, dass man „mit der eigenen Erfahrung“ recht hat. Das Problem an den Studien: schlechte Studienqualität und / oder nur die Abstracts auf Pubmed werden verlinkt und der volle Text, welcher oft eine ganz andere Sprache spricht, ist nicht verfügbar. Ebenfalls sind es oft Einzelstudien. Einzelstudien sind zwar schön und gut, aber interessant ist, was der Body of Research zeigt. Getreu dem Motto „Wer sucht wird auch fündig“, so trifft dies auch auf die Einzelstudien zu. Man findet immer irgendwo irgendwelche Studien, die die eigene Meinung unterstützen. Aber das wichtigste: Auf was weist der Body of Research hin. Ebenfalls müssen diejenigen verstehen, wenn man etwas kritisiert, dass man die Person selber gar nicht angreift. Alles, was in den Reviews  und Diskussionen zu finden ist, ist vollkommen sachlich und emotionslos zu verstehen. Die Beweislast liegt bei der Person, die einen Anspruch geltend macht. Wenn Sie eine Behauptung aufstellen, liegt es an Ihnen, diese zu sichern.

ZUSAMMENFASSUNG

  • eine Verum-Akupunktur ist genauso effektiv wie eine Sham- oder Placebo-Akupunktur
  • jede Akupunkturform sorgt für nahezu identische Aktivitäten in den Gehirnarealen
  • Akupunktur hat einen reinen Placebo-Effekt und wirkt aufgrund nicht-spezifischen Effekten
  • wo und wie die Nadeln gestochen werden ist egal
  • ob überhaupt eine Penetration durch die Nadel stattfindet ist ebenfalls egal
  • Akupunktur hat keinen Einfluss auf die Heilung oder Genesung
  • Dry-Needling und Wet-Needling erzielen keine besseren Effekte als andere Interventionen und Placebo-Behandlungen
  • die „Local Twitch Response“ scheint nicht nötig für den Therapieerfolg zu sein
  • Problem, vor das viele Übersichtsarbeiten gestellt werden: hohe Heterogenität und schlechte bis moderate Studienqualität
  • aufgrund der Ergebnisse und der Studienqualität ist die Behandlung von Akupunktur und deren Formen nicht gerechtfertigt
  • es sind mehr randomisiert, doppelblind und placebokontrollierte mit hoher Qualität wichtig, um die Aussagen noch eindeutiger treffen zu können

PS: Benutze bei Fragen gerne die Kommentarfunktion! Die Autoren stehen euch gerne für Fragen zur Verfügung!

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Quellen

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